Wüstentrommel

Werde frei, deinen eigenen Rhythmus zu leben!

"Anorektisches Lebensgefühl.

Meine Einheit ist zerstört.
Der ursprünglich ganzheitliche Mensch spaltet sich in lose verbundene Teile,
die sich misshandeln, unterdrücken, verleugnen.
Die abgrundtiefe Sehnsucht nach Liebe und Angenommensein,
die erdrückende Angst vor dem Leben und die unerträglichen Selbstzweifel
werden ausgeblendet durch ein gnadenloses Kontrollsystem.
Ein unerschütterlicher Wille legt das, was Freud Es nannte,
erbarmungslos in Ketten.
Der Körper wird gequält,
seine Bedürfnisse, seine Schmerzen, seine Weiblichkeit
werden ignoriert und bekämpft.
Ich spüre nichts außer der Euphorie, dies alles durchhalten zu können -
bis ich mit Entsetzen erkenne,
dass ich selbst keinerlei Entscheidungsfreiheit mehr habe.
Eine fremde, feindselige Macht übernimmt die Herrschaft.
Mein Wille verliert jeden Einfluss, er wird völlig von dem Dämon unterjocht.
Das, was nach außen hin wirkt wie enorme Willensstärke,
wird von mir erlebt als erbärmliche Niederlage und hilflose Ohnmacht.
Meine Existenz ist fremdbestimmt, kontrolliert bis ins kleinste Detail,
zensiert und einem unerbittlichen Leistungsdruck ausgesetzt.
Das anfängliche Glücksgefühl, etwas zu schaffen, was andere nicht können,
wird zu einem Bewusstsein des kläglichen Versagens, der Scham
und des Ausgegrenztseins.

Warum diese grauenvolle Selbstverleugnung?
Warum gehe ich einen Weg, der so unendlich schwer für mich zu ertragen ist,
einen Weg der Lächerlichkeit, der Erniedrigung, der Schande?
Warum bin ich die Marionette dieses gehässigen Dämons,
der sich ein Vergnügen daraus macht, mich zu demütigen,
mir jede Befriedigung meiner Bedürfnisse, jede körperliche Lust zu versagen,
dabei mein Hirn permanent mit Essen aufzugeilen,
mich zur Leistung anzupeitschen,
mir ständig "du musst" und "du darfst nicht" einzubläuen?

Noch jahrzehntelang werde ich meine Krankheit verleugnen,
werde ich meine Geschichte nicht anerkennen,
sondern sie als Schmach mit mir herumschleppen,
bis ich mich endlich lossagen kann von meiner Schuld,
bis ich den Weg zurück ins Leben finde,
bis ich mich wiederfinde."      

Eine Betroffene


Mit meinem therapeutischen Angebot möchte ich mich ganz speziell an Menschen wenden, in deren Leben alles, was mit Nahrungsaufnahme zu tun hat, allzu viel Platz einnimmt,

- sei es, dass sie sich fast gar kein Essen mehr zugestehen können, aber in Gedanken permanent und zwanghaft damit beschäftigt sind,

- sei es, dass sie von Heißhungerattacken überfallen werden, sie die Kontrolle über die Menge der verschlungenen Nahrungsmittel verlieren und darauf mit gegensteuernden Maßnahmen reagieren.

Gerade körpertherapeutische Interventionen - wie z.B. das Trommeln - können hier hilfreich sein. Häufig ist der Kontakt zum Körper verloren gegangen, physische Reaktionen und Empfindungen können nicht mehr wahrgenommen werden. Durch das Erleben von Rhythmus, durch das ganzkörperliche In-Schwingung-kommen kann ein Kon-Takt wieder möglich werden, kann Spüren als neue Erfahrung erlebt werden.


"Es war gestern, als ich mich selbst als ein Bruchstück dachte, ohne Rhythmus in der Lebenssphäre zitternd. Heute weiß ich, dass ich die Sphäre bin und sich das ganze Leben in rhythmischen Bruchstücken in mir bewegt."                                Khalil Gibran